Vielleicht kennst du das Gefühl: Du funktionierst. Du erfüllst Erwartungen. Du lieferst. Und doch bleibt da ein leises Unbehagen, das sich nicht wegdenken lässt. Ein Gefühl, dass das, was du tust, nicht wirklich das ist, was du tun sollst. Genau an diesem Punkt setzt Fische die auf Bäume klettern* von Sebastian Fitzek an – und trifft dabei einen Nerv, den viele Menschen kennen, aber selten benennen.
Das Buch ist kein klassischer Ratgeber. Es ist eine Sammlung persönlicher Briefe, die Fitzek an seinen Sohn geschrieben hat – ehrlich, nachdenklich, manchmal unbequem. Für jeden, der Selbstverantwortung nicht als Schlagwort, sondern als gelebte Haltung versteht, ist dieses Buch eine lohnende Lektüre.
Für wen ist dieses Buch – und für wen nicht
- Dieses Buch hilft dir, wenn du spürst, dass dein Leben nicht mit deinen Werten übereinstimmt und du Orientierung suchst.
- Es ist besonders wertvoll für Menschen, die bereit sind, unbequeme Fragen an sich selbst zu stellen.
- Du solltest es lesen, wenn dich das Thema intrinsische Motivation beschäftigt – also warum du wirklich tust, was du tust.
- Ebenfalls empfehlenswert, wenn du dich in einer beruflichen oder persönlichen Neuausrichtung befindest.
- Weniger geeignet ist es für dich, wenn du konkrete Tools, Frameworks oder ein strukturiertes Coaching-Programm erwartest. Fitzek schreibt aus dem Leben – nicht aus dem Lehrplan.
Die zentralen Gedanken: Was Fitzek wirklich sagen will
Der Titel ist Programm. Wenn ein Fisch versucht, auf einen Baum zu klettern, wird er scheitern – nicht weil er schwach ist, sondern weil er das falsche Maß anlegt. Fitzek überträgt dieses Bild auf die Art, wie wir uns selbst und andere bewerten: Wir messen uns an Maßstäben, die nicht zu uns passen, und wundern uns dann über das Scheitern.
Drei Kernthesen ziehen sich durch das Buch:
- Geld darf nie das eigentliche Ziel sein. Fitzek hält fest, dass die innere Kompassnadel niemals auf „Geld verdienen“ ausgerichtet sein darf. Wer Geld als Leitmotiv wählt, gibt die Steuerung seines Lebens ab.
- Träume brauchen Investition – und Investition bedeutet Risiko. Je mehr Zeit und Energie du in das einbringst, was dir wirklich wichtig ist, desto größer ist der Einsatz. Das ist kein Argument gegen den Traum, sondern ein Argument für Klarheit.
- Leben findet nicht nach der Arbeit statt. Wenn du dein eigentliches Leben erst ab 18 Uhr beginnst, verbleiben dir nach Schlaf nur wenige Stunden täglich. Fitzek macht damit deutlich: Wer sich mit seinem Beruf nicht identifiziert, verschenkt den Großteil seiner bewussten Zeit.
Einordnung: Was „Fische die auf Bäume klettern“ mit Self-Leadership zu tun hat
Self-Leadership beginnt mit einer ehrlichen Antwort auf die Frage: Wer führt hier eigentlich wen? Wenn du dein Leben nach den Erwartungen anderer, nach gesellschaftlichen Normen oder nach dem Zufallsprinzip ausrichtest, dann führst nicht du – dann wirst du geführt.
Fitzek stellt genau diese Frage – ohne sie explizit so zu nennen. Er fordert den Leser auf, die eigene innere Kompassnadel zu überprüfen. Das ist der Kern von Selbstführung: Klarheit darüber, was wirklich antreibt. Nicht äußere Belohnung, nicht Anerkennung, sondern intrinsische Motivation – das Gefühl, dass das, was du tust, wirklich zu dir gehört.
In meiner Arbeit als Coach erlebe ich häufig Menschen, die funktionieren, aber nicht wirklich leben. Sie haben Erfolg, aber keinen inneren Frieden. Fitzeks Buch passt präzise in diesen Kontext: Es macht sichtbar, dass persönliche Entwicklung keine Frage der Technik ist, sondern der Haltung. Wer bereit ist, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen, wird in diesen Briefen echte Resonanz finden.
Meine persönliche Bewertung
Ich habe das Buch zweimal gelesen – und das ist bei einem Sachbuch für mich ein verlässliches Zeichen für Substanz. Fitzek schreibt mit einer Direktheit, die nicht belehrt, sondern einlädt. Die Briefform erzeugt eine ungewöhnliche Nähe: Man liest nicht als Konsument, sondern als Mitdenker.
Besonders stark sind die Passagen über intrinsische Motivation und die Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Zielen. Fitzek schreibt nicht aus der Distanz eines Theoretikers, sondern aus gelebter Erfahrung. Das verleiht dem Buch eine Glaubwürdigkeit, die viele Ratgeber vermissen lassen.
Eine Einschränkung sei benannt: Das Buch liefert keine konkreten Methoden. Wer nach einem strukturierten Handlungsrahmen sucht, wird hier nicht fündig. Die Stärke liegt in der Reflexionstiefe – nicht in der Anleitung. Das ist kein Mangel, aber eine wichtige Erwartungskorrektur.
Praxisimpulse: Drei Fragen für dich
Wenn du dieses Buch liest, frage dich: Auf welches Ziel ist meine innere Kompassnadel gerade ausgerichtet – und wessen Ziel ist das eigentlich?
Beobachte bei dir: Wann in deinem Alltag handelst du aus echter intrinsischer Motivation – und wann aus dem Bedürfnis nach Anerkennung oder Sicherheit?
Setze dir die Aufgabe: Schreibe einen Brief an dich selbst – nicht über das, was du erreichst, sondern über das, was du wirklich willst. Und prüfe dann, ob dein Alltag dazu passt.
Fazit: Ein Buch für Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen
Fische die auf Bäume klettern* ist kein Buch für schnelle Motivation. Es ist ein Buch für Menschen, die bereit sind, ehrlich hinzuschauen – auf ihr Leben, ihre Ziele und die Frage, wer sie wirklich führt.
Wenn du Selbstverantwortung nicht nur als Begriff, sondern als Haltung verstehst, dann ist dieses Buch ein starker Begleiter. Es öffnet keine Türen – aber es zeigt dir, welche Türen du bisher vielleicht übersehen hast.
Empfohlen für alle, die nicht auf der Stelle treten wollen.
Kaufen kannst du das Buch hier*.
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